Begeisterter Gesang beim Chorfest der Stiftung Kirchenmusik

„Mehr als die 160 angemeldeten Gäste sind da“, meint Kreiskantor Gerd Weimar nach einem Blick in die Runde der großen und kleinen Leute, die sich am letzten Maisonntag in der Aula des Arnsberger Mariengymnasiums zum Chorfest der Stiftung Kirchenmusik versammelt haben. „So sind wir noch nie zusammengekommen“, sagen Pfarrer Hartmut Köllner, Vorsitzender der Stiftung und Gerd Weimar einstimmig: „kleine und große Sänger und Sängerinnen aus allen Chören, Eltern, Stifter und Stifterinnen und Freunde der Kirchenmusik.“  Stifterversammlung und Chorfest fallen zusammen. Deshalb gibt der Vorsitzende auch keinen langen Bericht, sondern stellt fest: „Die niedrigen Zinsen machen uns zu schaffen. Wir konnten aber bei risikoarmer Anlage Erträge erzielen.“ Und fährt fort: “Unsere wichtigsten Zinsen allerdings sind die Sängerinnen und Sänger.“  Die zeigen dann, was sie können. Die ganz kleinen Spatzen unter Leitung von Almut Lürbke singen mit ihren hohen Stimmen, als Chor und mit verteilten Solostimmen,  die Geschichte von Hase und Igel. Die acht Mädchen und fünf Jungen sind aufgeregt, aber halten ihr Programm durch. Auswendig wie die Kleinsten singen auch Unter-und Mittelstufe ihre Programme. “Hans im Glück“ bieten die Jüngeren. Das  Märchen von den Bremer Stadtmusikanten führen die Älteren auf. Anspruchsvolle Melodien-, Rhythmen- und Taktwechsel haben die 10 Drittklässler, darunter ein Junge,  seit Januar geprobt. „Heute können wir es vorsingen“, kündet Gerd Weimar an, der alle Vorträge am Flügel begleitet. Eine der Sängerinnen, die neunjährige Julia sagt hinterher, dass sie seit drei Jahren gerne zu den wöchentlichen Proben komme, „weil ich so gerne singe“.

Höhepunkt ist ein Appetitmacher auf die Musical-Aufführung im Juni, vom Oberstufenchor serviert. „Schockorange“ heißt es. Seit einem halben Jahr finden die Proben einmal in der Woche statt. Einen langen Samstag haben sie mit Markus Hengesbach, Schlagzeuglehrer an der Musikschule HSK, ein Schlagzeugprogramm auf Mülleimern, mit Kochtöpfen und Deckeln, und vor allem mit Besen eingeübt. In ihren orangenen Anzügen sehe sie aus wie die Mitarbeiter der städtischen Straßenreinigung. Sie tanzen und singen und haben sichtlich Spaß an der rhythmischen Darbietung. Soviel Spaß behalten sie nicht für sich, sondern laden Eltern und Stiftungsmitglieder ein, es auch mal zu probieren. Markus Hengesbach gibt den Takt an – und eine kurze laute und vielklingende rhythmische Figur kommt zur Aufführung. Beim Musical macht Franca mit. Zu den Proben dafür ist sie vor einem halben Jahr in die Oberstufe eingestiegen. „Sie lernt hier viel“, sagt ihre Mutter:
“Rhythmus und Stimmbildung, aber auch das Miteinander, wenn nach den Proben zusammen gegessen wird oder demnächst alle auf ein Probenwochenende fahren.“

Die Stiftungsmitglieder bieten Würstchen und Vegetarisches an, die Freundin einer Chorsängerin zaubert Airbrush-Tattoos auf Arme und Hände von Kindern und Jugendlichen. Zum Ausklang des Festes stellen sich alle im Kreis um Gerd Weimar am Flügel auf und singen einfache und wohlklingende Kanons. Die kleinen Spatzen singen mit, die Kinder der Unter-Mittel-und Oberstufe von VokalTotal, die Mitglieder der erwachsenen Chöre und Eltern und Großeltern. Allen macht das Singen Spaß. Vom Singen begeisterte Menschen – das sind die Zinsen, von denen Hartmut Köllner spricht. Ihretwegen lohnt es sich, die Stiftung Kirchenmusik durch Zustiftungen, Spenden oder Weinkauf zu unterstützen.

 

Dieser Beitrag stammt aus den Aktuellen Nachrichten des Kirchenkreises Arnsberg unter http://www.kirchenkreis-arnsberg.de/aktuell/.
Dort finden Sie auch weitere Bilder vom Chorfest.