Rauschender Applaus nach Orgelkonzert

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Zahlreiche Zuhörer erlebten mit dem virtuosen Orgelspiel des Kreiskantors des ev. Kirchenkreises Arnsberg KMD Gerd Weimar eine besondere ökumenische kirchenmusikalische Veranstaltung.

Mit dem ökumenischen Orgelkonzert wurde das großzügige und nicht alltägliche Geschenk verwirklicht, mit dem die Ev. Kirchengemeinde Marsberg die Niedermarsberger kath. Kirchengemeinde zur Weihe ihrer neuen Orgel in der Propsteikirche im November 2009 überrascht hatte.

Eine stattliche Zahl von Freunden geistlicher Musik hatte sich jetzt zu der langfristig geplanten ökumenischen kirchenmusikalischen  Veranstaltung in der Propsteikirche St. Magnus Niedermarsberg eingefunden, die mit ihrem beeindruckendem künstlerisch dekorierten Gewölbe und ihrer prächtigen neuen Fischer+Krämer-Orgel den Besuchern für das Konzert ein optimales Ambiente bot.

Die Zuhörer erlebten das großartige virtuose Orgelspiel von KMD Gerd Weimar, dem Ev. Kreiskantor aus Arnsberg. Unter begeisterter und ideenreicher Ausschöpfung derStimmenvielfalt und der reichhaltigen Klangfarbenmöglichkeiten der neuen Orgel erfreute Gerd Weimar die Konzertbesucher und begann mit Bachs Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur. Weimar eröffnete die Toccata virtuos und beherrscht und zeichnete mit musikalischem Gespür die Strukturen dieses Satzes. Das Adagio pulsierte, die harmonisch hochinteressante Coda spielte Weimar mit großer Ruhe und Transparenz.  Leichtfüßig und nahezu schwebend gelang die technisch anspruchsvolle Fuge. nach einigen einführenden Worten präsentierte Weimar die registrier- und klangtechnischen Möglichkeiten der neuen Orgel mit Clérambaults „Suite du deuxième ton“. Differenziert und stilgerecht spielte und registrierte Weimar und zeigte vom Mixturenplenum über Cornett/Trompeten-Kombination, Flötenchor, Aliquotregistrierungen hin zum Zungenplenum die Möglichkeiten der Orgel. Wunderbare und immer wieder neue Klänge durchzogen das Kirchengewölbe.

Mit Mendelssohns Orgelsonate B-Dur zeigte Weimar einmal mehr seine technischen und musikalischen Fähigkeiten durch alle Sätze hindurch. Mit intelligenten und beatmetem Spiel durchleuchtete er die Komplexität der beiden schnellen Ecksätze.

Das gemeinsame Lied „Nun danket alle Gott“ gegen Ende des Konzertes wurde mit Bachs Choralbearbeitung BWV 657 eingeleitet. Der Abendsegen, den Pastor Markus Pape spendete, vertiefte bei vielen Zuhörern die sich anbietende Stimmung einer konzertanten Andacht. Mit der dorischen Toccata von J.S.Bach wurde dann ein großartiges Sonntagskonzert abgeschlossen, das nach dem Ausklingen des letzten Orgeltons mit rauschendem Applaus bedacht wurde.

 

Westfalenpost Marsberg 19.07.2010